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2 | Umweltfreundlicher Onlinehandel – ist das möglich?

Vor dem Hintergrund weltweit steigender Onlinebestellungen widmen wir uns heute der Frage, inwieweit Onlinehandel und Versand umweltfreundlich ist bzw. sein kann.


Berechtigte Kritik

Immer wieder erreichen uns Fragen oder Feedback mit ungefähr folgendem Inhalt: „Ich würde ja gerne bei Euch bestellen, aber eine Geschenkverpackung, die dann in einer Pappverpackung geliefert wird – das ist doch de facto unnachhaltiger als wenn ich zur nächsten Papeterie fahre und da auch ein – unnachhaltiges – Papier kaufe?“


Um diese Frage gleich am Anfang zu beantworten: Nein, Onlinehandel ist nicht unnachhaltiger als der lokale Einzelhandel. Im Gegenteil, er kann sogar sehr viel umweltfreundlicher sein!


Studien und Fakten

Eine Hochrechnung des Öko-Instituts zur CO2-Bilanz des Onlineshops bezeugt dies. „Wenn man Produkte wie z.B. Schuhe im Internet bestellt, verbraucht das weniger CO2, als wenn man sie in der Stadt mit dem Fahrrad einkauft“, beschreibt Thomas Bergmann vom Öko-Institut. Der Grund: Kaufhäuser und Geschäfte verbrauchen Unmengen an Energie, die beim Onlinehandel wegfallen.

Allerdings kann man dieses Ergebnis auch nicht pauschalisieren. Je nach Produkt haben Geschäfte auch einen unterschiedlichen Energieverbrauch. Elektronikgeschäfte haben beispielsweise einen höheren Energieverbrauch als Brillenläden. Je teurer das Produkt, desto höher ist meistens auch der umgerechnete Energieverbrauch des Ladens, da Luxusprodukte im Geschäft mehr in Szene gesetzt werden. Auch die Größe des Pakets spielt eine Rolle. Je größer und schwerer das Paket, desto höher ist der CO2-Ausstoß pro Lieferweg. Ist das Paket also doppelt so groß und schwer wie ein Schuhpaket, würde der CO2-Aussoß statt 270g CO2-Äquivalent plötzlich 540 g CO2-Äquivalent pro Fahrt zum Umschlagszentrum betragen.


Verpackungsmüll steigt durch Onlineshopping

Doch die CO2-Bilanz ist natürlich nicht alles. Knapp 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsmaterial wurden allein im Jahr 2015 durch Paketsendungen verbraucht, zeigt eine Untersuchung der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM). Allerdings könne man hier nicht von Müllmengen sprechen, sagt Kurt Schüler, Geschäftsführer der GVM: „Müll ist laut Definition nur das, was am Ende nicht mehr zu gebrauchen ist. Die Paketverpackungen werden jedoch fast vollständig im Recyclingkreislauf wiederverwertet.“ Zudem kann man die Verpackung für ein eigenes Paket oder zur Aufbewahrung der Rollen behalten und nicht entsorgen.


Starker Schub fürs Online-Shopping durch Corona

Die Zahl der Online-Shopper wächst nicht nur, die Menschen bestellen im Zuge der Corona-Pandemie auch deutlich mehr im Netz, so das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die im Oktober und November 2020 durchgeführt wurde. Insgesamt 96% der deutschen Internetnutzer ab 16 Jahren shoppen online. Abgesehen von den Coronafolgen meldet die Branche sowieso schon jährliche Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich (11% + 2019), sodass z.B. bis Ende 2020 in Deutschland mehr als 80 Milliarden Euro über den Einkauf im Internet umgesetzt wurden - ein Umsatzplus von über 20%.


Online Shopping-Guide

Wie beschrieben, ist der Onlinehandel nicht pauschal unnachhaltiger als der lokale Handel. Aber vor allem vor dem Hintergrund stark steigender Bestellmengen ist es aber wichtig, sich umwelttechnisch an ein paar Grundsätze zu halten. Auf folgende Punkte kann man achten, um das Onlineshoppingerlebnis möglichst nachhaltig zu gestalten:

  • Viele Einzelbestellungen vermeiden: Vorausschauend bestellen. Nicht nur eine Geschenkpapierrolle pro Paket, sondern am besten vorausschauend schon gleich mehrere. Geschenkpapier lässt sich zudem ohne Probleme lagern – es verdirbt nicht. Viele Einzelbestellungen verursachen mehr Energieaufwand und CO₂.

  • Retouren vermeiden: Bestellt werden sollte nur, was wirklich gebraucht wird. Erfüllt das Produkt alle gewünschten technischen Anforderungen? Könnte einem das gewählte Kleidungsstück passen? Käuferbewertungen sind ebenso hilfreich wie das Vermessen eigener Kleidung, der Figur sowie Händlerangaben zu Produktmaßen. Bei größeren Anschaffungen geben Testergebnisse Orientierung, zum Beispiel von Ökotest oder der Stiftung Warentest. Viele Onlineshops mit stationären Geschäften zeigen zudem per Klick, ob es ein Produkt auch vor Ort zu kaufen gibt, woran wir bei PAPYDO aktuell auch arbeiten. Wir können zudem mit Stolz sagen, dass wir seit unserer Gründung noch keine einzige Retoure hatten.

  • Nachhaltige Onlineshops wählen: Die Mehrzahl der Produkte auf solchen Plattformen trägt anerkannte Siegel und Produktkennzeichen. Zudem sollte der Versand klimaneutral sein, die Verpackung möglichst umweltfreundlich und platzsparend. Auch die Firma hinter dem Onlineshop sollte sich für nachhaltige Projekte engagieren.

  • Für die Paketannahme zu Hause sein: Mehrfache Zustellversuche verursachen zusätzlich CO₂ und belasten die Paketzusteller. Wer nicht da ist, bittet die Nachbarn einzuspringen und informiert die Lieferfirma. Oder lässt gleich an einen Paketshop liefern.


PAPYDO und Umweltfreundlichkeit – das passt auch beim Versand!

Als wir uns für ein E-Commerce Start-up entschieden haben, haben wir dieses von Anfang an so umweltfreundlich wie möglich gestaltet, um unseren Kunden eben auch eine wirklich nachhaltige Alternative zum lokalen Einzelhandel zu bieten. Was macht uns aus?


1. Zentrales Lager

Wir haben uns bei der Lagerwahl absichtlich für Frankfurt am Main als Standort entschieden. Aufgrund der zentralen Lage können wir innerhalb Deutschlands mit vergleichsweise kurzen Transportwegen punkten. Aktuell liefern zudem nur in Deutschland, auch um unnötig lange Lieferstrecken zu vermeiden und die Regionalität zu bewahren.

2. Mindestbestellwert

Um viele Einzelbestellungen zu vermeiden, haben wir eine 3-Produkte-Policy eingeführt, die dafür sorgt, dass es sich auch wirklich lohnt, ressourcen- und energietechnisch, dieses Paket auf den Weg zu schicken.

3. DHL Go Green

Wir versenden alle PAPYDO Pakete mit DHL Go Green. Dies führt zwar zu mehr Versandkosten pro Bestellung, jedoch werden dadurch alle unsere Pakete klimaneutral versendet. Die beim Versand entstehenden CO2-Emissionen werden also durch den Kauf von Emissionszertifikaten ausgeglichen.

4. Verpackung

Die Wahl unserer Verpackung haben wir absichtich so getroffen, dass sie größentechnisch am besten und effektivsten zu unserem Produkt passt. Zudem ist sie 100% recyclefähig und unbedruckt. Auch im inneren des Pakets verwenden wir absichtlich keine „Dekoverpackung“ wie Seidenpapier oder Glitzerkonfetti, um zusätzlichen Müll zu vermeiden.


Conclusio

Zum Abschluss lohnt es sich nochmals zu sagen, dass Onlinehandel definitiv nicht unnachhaltiger ist als der lokale Einzelhändler! Der genaue Vergleich zwischen beiden Gruppen ist schwierig, weil er von vielen individuellen Faktoren abhängt. Doch klar ist: Wer das Klima schonen will, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen - oder beim Online-Shopping möglichst wenig zurückschicken. Die E-Commerce Branche ist zudem noch vergleichsweise in den Kinderschuhen, sodass in Zukunft mit weiteren Innovationen und noch umweltfreundlicheren Logistiklösungen gerechnet werden kann.


Habt Ihr Themen / Ideen / Vorschläge über Texte, die Ihr hier gerne lesen würdet? Dann schreibt es gerne unten in die Kommentare. Wir freuen uns :-)


Bis Bald!

Melusine und Kati